März: Amphibien – mehr als glitischige Frösche

Möchten Sie bei Temperaturen unter 10 Grad und Regen auf Wanderschaft gehen? Wohl kaum! Für viele unserer Amphibien – Frösche, Kröte, Molche und Salamander – ist dies das ideale Wetter um die Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer anzutreten. Hierfür legen die kleinen Tiere Strecken von teilweise mehreren Kilometern zurück und müssen dabei nicht selten Straßen überqueren. Viele der Tiere erreichen das Laichgewässer nicht, sondern werden vorher überfahren.

Frosch oder Kröte?

Wer schon einmal einen Frosch in der Hand hatte weiß, dass Frösche nicht unbedingt „glitschig“ sind. Vielmehr ist ihre Haut feucht und weitestgehend glatt, während Kröten eine trockene, warzige Haut haben und sich leicht „schrumpelig“ anfühlen. Verantwortlich sind die zahlreichen Schleim- und Giftdrüsen in der Unterhaut der Kröten, die bis zu einem gewissen Grad vor Austrocknung, Infektionen und Fressfeinden schützen und über die sogar ein Teil der Atmung erfolgen kann. Als wechselwarme Tiere können Amphibien ihre Körpertemperatur nicht wie beispielsweise Säugetiere selbst regulieren. Diese passt sich statt dessen der Umgebungswärme an. Geht die Außentemperatur im Herbst gegen Null, müssen die Tiere frostgeschützte Überwinterungsquartiere wie Laubhaufen, Mauselöcher oder Keller aufsuchen um die kalte Jahreszeit zu überleben. Im Sommerhalbjahr sind sie in der Regel dämmerungs- und nachtaktiv, denn die Sonne würde ihre Haut an Land schnell austrocknen. Tagsüber halten sie sich daher bevorzugt an schattigen, kühleren Plätzen versteckt.

Kröten (Foto: AM)

Erdkröten: das größere Weibchen trägt das kleinere Männchen oft schon während der Wanderung huckepack. (Foto: AM)

Wo leben Amphibien?

Bis auf eine Ausnahme sind alle in Deutschland vorkommenden Amphibienarten in ihrem Leben mehr oder weniger eng an das Wasser gebunden. Einige wenige Arten leben das ganze Jahr über am oder im Wasser, die meisten suchen Gewässer lediglich einmal im Jahr zur Fortpflanzungszeit auf und verbringen den Rest des Jahres oft weit abseits von Gewässern. Die aus Eiern schlüpfenden, kiemenatmenden Jungtiere (Larven) entwickeln sich im Wasser, und erst nach einer Metamorphose (Verwandlung) beginnt das Leben als lungenatmendes Landtier. Dieser Besonderheit haben die Amphibien ihren Namen zu verdanken, der seinen Ursprung im Altgriechischen hat: „amphi“ heißt „auf beiden Seiten“, „bios“ bedeutet „Leben“. Im Deutschen werden Amphibien als „Lurche“ bezeichnet.

Die einzelnen Arten haben unterschiedliche Ansprüche an das so genannte Laichgewässer. Von der nur zeitweise wassergefüllten Wagenspur auf einem Waldweg, über kleine Tümpel und Weiher, Garten- und Fischteiche bis hin zu natürlichen Seen – fast alle Lurche benötigen stehendes Wasser (Stillgewässer) für die Ablage ihrer Eier. Anders der Feuersalamander: Als typische Art von Buchenwäldern ist er abhängig von quellnahen, schattigen, sauberen Fließgewässern. Seine Larven schlüpfen im Moment oder unmittelbar nach der Ablage der Eier in die Bäche. Sein naher Verwandter, der Alpensalamander, ist die einzige in Deutschland vorkommende Amphibienart, die gar keine Eier legt, sondern deren voll entwickelte Jungtiere an feuchten Stellen in den Alpen geboren werden.

Die meisten Amphibien kehren, wie gesagt, nur zur Fortpflanzungszeit ans Wasser zurück und leben in der übrigen Zeit in ihren Sommer- und Winterlebensräumen. Dies sind je nach Lurchart vor allem Laub- und Mischwälder, Grünländereien, mehr oder weniger naturnahe Siedlungsbereiche oder Sand- und Kiesabbaugebiete.

Regen bringt Amphibien Segen – Lurche auf Wanderschaft

Wenn im Spätwinter, so ab Ende Februar/ Anfang März, das Thermometer tagsüber in Richtung 10 Grad steigt, und auch die Nachtwerte deutlich über 0 Grad bleiben, erwachen in regnerischen Nächten die ersten Gras- und Springfrösche aus der Winterruhe und machen sich auf die Wanderung zu den Laichgewässer. Zwei der insgesamt vier bei uns vorkommenden Molcharten, der Teich- und der Kammmolch ziehen vielerorts zeitgleich. Die Wanderbereitschaft der Tiere hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind eine ausreichende Boden- und Lufttemperatur (mindestens 5 Grad) und -feuchtigkeit. Trockenheit und Kälte behagt Lurchen überhaupt nicht.

Etwas später setzen die Wanderungen der Erdkröten, der Knoblauchkröten, der Moorfrösche, der Grünfrösche sowie der Faden- und Bergmolche ein. Von der Erdkröte ist bekannt, dass sie eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 70 Prozent und eine Lufttemperatur über 7 Grad bevorzugt. Doch je weiter die Zeit voranschreitet und damit der Laichdruck bei den Tieren steigt, umso eher wandern sie auch in eher trockenen Nächten. In regnerischen Nächten im März bei Temperaturen um 7 Grad kann es an bestimmten Standorten zu Massenwanderungen, vor allem bei der Erdkröte, kommen. Der Großteil der Tiere wandert zwischen 19 und 2 Uhr. Für die weithin zu hörende Kreuzkröte, den ebenso lauten Laubfrosch, die Wechsel- und die Geburtshelferkröte, für Gelb- und Rotbauchunke und den Feuersalamander muss es bereits etwas wärmer sein – ihre Wanderungen zu den Laichgewässern beginnen im April oder Mai und ziehen sich oft bis in die Sommermonate hin. Zu dieser Zeit sind die Alttiere der frühwandernden Arten längst in ihren Sommerlebensräumen angekommen.

Warum spricht man von „Krötenwanderung“?

Insbesondere die Erdkröte steht neben dem Igel für Verluste von Wirbeltieren durch den Straßenverkehr. Obwohl sie noch immer unsere häufigste Amphibienart und nach wie vor fast flächendeckend verbreitet ist, ist bei der Erdkröte – wie auch bei den übrigen Amphibienarten – ein rückläufiger Bestandstrend zu erkennen. Weil sie im Vorfrühling oft in großen Individuenzahlen zu den Laichgewässern unterwegs sind, fallen uns die Wanderbewegungen dieser Art besonders auf. Um das massenhafte Überfahren der Tiere zu verhindern, werden vielerorts während der Wanderzeit sogenannte Amphibien – oder Krötenschutzzäune entlang von Straßen aufgestellt. Mehr dazu im Verlauf des Textes.

Von der Erdkröte ist eine extreme Standorttreue bekannt. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Erdkröte zum Laichen an ihr Geburtsgewässer zurückkehrt, ist sehr groß.

Übrigens: Die Erdkröte spielt eine wichtige Rolle im Haushalt der Natur, vertilgt große Mengen sogenannter „Schadinsekten“ und Schnecken und wird selbst von einigen Tierarten gefressen, z. B. vom Iltis, vom Waschbär, von der Ringelnatter oder dem Graureiher. Vor allem die Kaulquappen leben gefährlich, und werden in großen Mengen von Fischen und den Larven großer Wasserinsekten gefressen.

Wandern alle Amphibien?

Ja, mehr oder weniger. Während einige Arten regelrechte Langstreckenzieher sind, gibt es andere, die nur über ganz kurze Strecken wandern oder sich ganzjährig im Umfeld des Laichgewässers aufhalten. Vom Grasfrosch und der Wechselkröte sind Wanderbewegungen bis zu 10 Kilometern bekannt, Laubfrosch und Kleiner Wasserfrosch bringen es gar auf 15 Kilometer. Die Erdkröte legt immerhin Strecken bis zu 5 Kilometer zurück. Am wenigsten wanderfreudig sind der Feuersalamander und die Molcharten. Wer schon einmal einen kleinen, zarten Fadenmolch in der Hand hatte, kann dies gut verstehen.

Ohne Bewegung kein Leben

Ohne Wanderbewegungen würde es bei Tieren allgemein schnell zu Inzucht kommen, sie würden genetisch verarmen und degenerieren, was bedeutet, dass die Art auf Dauer nicht überlebensfähig wäre. Die Durchmischung von Angehörigen einer Tierart funktioniert nur, wenn Bewegung im Spiel ist. Bei den Amphibien sind es die Jungtiere, die sich nach der Verwandlung vom wasser- ins landlebende Tier aufmachen und neue Lebensräume – und mit eintretender Geschlechtsreife auch neue Laichgewässer – besiedeln.

Gefährliches Doppelleben

Das ambivalente Leben der Amphibien hat ganz klare Nachteile für die Tiere: als Bewohner von Gewässern und Landlebensräumen, zwischen denen sie im Jahresverlauf hin- und herwandern, sind sie besonders anfällig für negative Umwelteinflüsse. Das sind z. B. das Zuschütten eines Tümpels, der Umbruch von Grün- in Ackerland, die zunehmende Naturferne in Siedlungsbereichen oder der Neubau von Straßen durch zuvor unzerschnittene Lebensräume. Die hohe Dichte des Straßennetzes ist ein großes Problem. Straßen zerschneiden die Lebensräume der Amphibien und dabei oft auch die Wanderwege zu ihren Laichgewässern. Besonders auf der Frühjahrswanderung werden Amphibien in großen Mengen überfahren.

Zurzeit stehen 40 Prozent der in Deutschland heimischen Amphibienarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Alle Amphibienarten stehen gemäß Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz.

Krötenzäune als Krücke

So genannte Krötenzäune (oder Amphibienzäune) sind provisorische Amphibienschutzanlagen, die nicht nur Kröten, sondern alle wandernden Amphibien bei der Querung einer Straße schützen. Bei den Zäunen handelt es sich beispielsweise um 50 Zentimeter hohe, grüne Kunststoff-Geflechtzäune, die parallel zur Straße aufgebaut werden. Auf der Anwanderungsseite sind in regelmäßigen Abständen Fangeimer ebenerdig eingegraben. Der Krötenzaun wird von den Tieren als Wanderhindernis wahrgenommen. Beim Versuch das vermeintliche Hindernis zu umgehen, fallen die Amphibien in die Fangeimer.

Der Erfolg von Krötenzäunen steht und fällt mit den Betreuern. Zur Betreuung eines Zauns ist mindestens einmal täglich – morgens – eine Kontrolle mit Leerung der Fangeimer notwendig, in Zeiten stärkerer Wanderaktivität sollten die Eimer morgens und spät abends geleert werden. Zusätzlich muss die Innenseite des Zauns nach weiteren Tieren abgesucht werden. Die gefangenen Tiere werden gezählt und je nach Kenntnis der Betreuer nach Art und Geschlecht bestimmt. Anschließend werden die Tiere auf der anderen Straßenseite ausgesetzt.

Bevor eine Krötenzaunaktion in Angriff genommen werden kann, müssen folglich Personen gefunden werden, die den Auf- und Abbau sowie die tägliche Kontrolle über etwa drei Wochen zu ihrer Sache machen wollen. Diese Leute müssen bereit sein, verlässlich bei Dunkelheit, Kälte und Regen konzentrierte Arbeit zu leisten, während neben ihnen der Verkehr fließt.

Krötenzäune sind nicht nur betreuungsintensiv, sondern auch teuer in der Anschaffung. Aus diesen Gründen werden sie in der Regel höchstens entweder dort aufgestellt, wo sehr viele Amphibien eine Straße überqueren – oft sind dies Erdkröten, die stellenweise zu hunderten oder tausenden in Richtung eines oder mehrerer Laichgewässer ziehen. Oder die Zäune sollen regional seltene und/ oder stark gefährdete Arten vor dem Tod auf der Straße bewahren.

Zahlreiche Helfer und ein gesunder Rücken sind hilfreich beim Aufbau eines Amphibienschutzzaunes. (Foto: BK)

Zahlreiche Helfer und ein gesunder Rücken sind hilfreich beim Aufbau eines Amphibienschutzzaunes. (Foto: BK)

Straßensperrungen als konsequente Alternative

Die Sperrung einzelner Straßenabschnitte zumindest für den motorisierten Verkehr ist das wirkungsvollste Mittel in den Bemühungen um den Amphibienschutz. Die Möglichkeit einer Straßensperrung in den Abend- und Nachtstunden aus Gründen des Artenschutzes ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Bundesweit machen zahlreiche Kommunen davon Gebrauch. In der Regel werden untergeordnete Straßen mit ohnehin geringem nächtlichem Durchgangsverkehr ganz oder abschnittsweise zeitlich befristet gesperrt. Das Vorhandensein einer zumutbaren Umleitungsstrecke ist Voraussetzung hierfür. Häufig zerschneidet die zeitweise gesperrte Straße besonders wertvolle Lebensräume, manchesmal leben hier stark gefährdete Arten oder besonders große Populationen (Gruppe von Individuen einer Art) gefährdeter Arten.

Wie kann mein Beitrag zum Amphibienschutz aussehen?

… als Verkehrsteilnehmer…

Wenn wir Amphibien auf der Straße sehen, ist es meist schon zu spät. Kröten und Frösche sind bei Dunkelheit im Scheinwerferlicht eines Autos noch relativ gut zu erkennen, vorausgesetzt man fährt langsam. Um Molche auf der Straße zusehen, muss man schon aussteigen und genau hinsehen. Jungfrösche oder –kröten erkennt man höchstens, wenn sie in großen Mengen unterwegs und in Bewegung sind. Daher sollten Wege und Straßen mit hoher Amphibien-Wanderaktivität von allen Verkehrsteilnehmern – auch Radfahrern und Fußgängern! – nach Möglichkeit gemieden werden. Wichtig wäre dies vor allem zur Zeit der Wanderung der Alttiere zu den Gewässern, nach Möglichkeit auch während der darauffolgenden Monate, wenn die Jungtiere erstmalig von den Gewässern in die Sommerlebensräume wandern. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und dafür keine Tiere überfahren. An stark frequentierten Straßen erreichen oft nur wenige Prozent der wandernden Tiere lebend die andere Straßenseite. Dies kann eine Amphibienpopulation stark schwächen und bei weiteren ungünstigen Faktoren zum Erlöschen bringen. Machen Sie andere Verkehrsteilnehmer auf das Problem aufmerksam!

Zwischen den nicht verfugten Hohlräumen der Kräuterspirale finden Amphibien Tagesverstecke. Bei der Verwendung von steilwandigen Wasserwannen unbedingt an Ausstiegshilfen, z. B. in Form von Steinen, denken. (Foto: BK)

Zwischen den nicht verfugten Hohlräumen der Kräuterspirale finden Amphibien Tagesverstecke. Bei der Verwendung von steilwandigen Wasserwannen unbedingt an Ausstiegshilfen, z. B. in Form von Steinen, denken. (Foto: BK)

… als Grundstückseigentümer…

Schaffen Sie auf Ihrem Grundstück Lebensräume für Amphibien. Damit ist nicht (unbedingt) die Anlage eines Kleingewässers gemeint. Vielmehr sollte ein Grundstück nach Möglichkeit ganzjährig amphibienfreundlich gestaltet sein. Die nachtaktiven Tiere benötigen Tagesverstecke um geschützt vor Sonne und Fressfeinden den Tag zu überstehen. Tagesverstecke können Laub- und Reisighaufen oder eine nicht verfugte Mauer sein. Ein naturnah gestalteter Garten bietet Amphibien nicht nur Schutz, sondern auch ausreichend Nahrung.

Eine Kröte in meinem Garten – die hat sich doch sicher verlaufen. Nein, das hat sie nicht. Freuen Sie sich, dass das Tier Ihren Garten als Sommerlebensraum (und vielleicht auch als Winterquartier) für sich entdeckt hat. Bringen Sie es auf keinen Fall zum nächsten Gewässer, denn hier wäre die Kröte jetzt fehl am Platz, und wird bei einer wiederholten Abwanderung womöglich überfahren. Das gleiche gilt natürlich auch für Frösche oder Molche. Umgekehrt: Setzen Sie auch bitte keine Amphibien in Ihren Garten ein. Schaffen Sie vielmehr günstige Voraussetzungen in Ihrem Garten, die Lurchen ein gutes Leben ermöglichen. Wenn das Umfeld stimmt und Tiere in der Nähe sind, werden sie sich bald von selbst einstellen. Neben der Bereitstellung von Versteckmöglichkeiten gehört der unbedingte Verzicht von Schnecken- und Insektenvernichtungsmitteln sowie sonstigen Pestiziden zum amphibienfreundlichen Grundstück. Ausgebrachte Gifte töten auch die eifrig Schnecken, Insekten und Spinnen vertilgende Kröte.

Ebenerdige Becken (z. B. Schwimmbecken) mit senkrechten Wänden und Teiche ohne Abschnitte mit flachen Ufern werden für Amphibien zu Todesfallen. Einmal hinein gefallen, können die Tiere diese Gewässer nicht mehr verlassen. An den Steilwänden angebrachte Ausstiegshilfen retten Amphibienleben.

…und Hausbesitzer…

Feinmaschige Abdeckungen von Kellerfenster-Lichtschächten retten Amphibienleben. (Foto: BK)

Feinmaschige Abdeckungen von Kellerfenster-Lichtschächten retten Amphibienleben. (Foto: BK)

Kellerfenster-Lichtschächte sind Amphibienfallen. Geraten die Tiere hier hinein und werden nicht bemerkt, müssen sie meist verhungern oder vertrocknen. Eine Abdeckung mit sehr feinmaschigem Drahtgewebe schafft Abhilfe und verdunkelt die Kellerräume kaum. Auch Kellerabgänge sollten regelmäßig auf hier nicht mehr herauskommende Tiere überprüft werden.

…als Helfer am Krötenzaun…

Freiwillige Helfer für den Auf- bzw. Abbau und/ oder die Betreuung eines Amphibienschutzzaunes sind immer gern gesehen. Welche Voraussetzungen sollten potentielle Helfer mitbringen?

– Rund eine Stunde Zeit in den Morgen – oder späteren Abendstunden, an einem oder an mehreren Tagen pro Woche, über einen Zeitraum von etwa drei Wochen ab voraussichtlich Ende Februar.

– Eine gewisse Witterungsunempfindlichkeit mit der Bereitschaft, auch bei Kälte und Regen den Zaun zu betreuen.

– Keine Scheu vor dem Anfassen der Tiere. Wer diese nicht direkt berühren möchte kann dünne Handschuhe tragen.

– Die Bereitschaft zum Tragen einer Warnweste – dies dient der eigenen Sicherheit.

Krötenzaun (Foto: TB)

Krötenzaun (Foto: TB)

Ganz wichtig ist Verlässlichkeit!

Gerade für Kinder ist es ein besonderes Erlebnis Kröten oder Molche in der Hand zu halten und den Tieren über die Straße zu helfen. Kinder in Begleitung eines Erwachsenen sind daher stets willkommen.

Ist Ihr Interesse geweckt? Dann melden Sie sich bitte per E-Mail bei der BUND-Ortsgruppe Schneverdingen unter bund.schneverdingen@bund.net. Auf Schneverdinger Stadtgebiet werden Krötenzäune an der Wintermoorer Straße in Barrl (Höhe Camp Reinsehlen) und am Hasweder Weg (Höhe Teichhof) aufgebaut.

Übersicht über die in Schneverdingen vorkommenden Amphibienarten

Grasfrosch

Länge bis 11 cm, Grundfarbe und Fleckung variabel grün-braun, Schläfenfleck und Trommelfell auffallend dunkelbraun, Unterseite meist gefleckt. Eher anspruchslos in der Wahl der Laichgewässer und der Landlebensräume.

Springfrosch

Länge bis 8 cm, Färbung ähnlich Grasfrosch aber weniger deutlich gefleckt, Unterseite meist ungefleckt. Lebt bevorzugt in Laubmischwäldern. Kann bis 2 Meter weit springen.

Moorfrosch

Paarungsbereit: Moorfroschmännchen im Pietzmoor färben sich zur Paarungszeit leuchtend blau. Bildautor: Schneverdingen Touristik

Paarungsbereit: Moorfroschmännchen im Pietzmoor färben sich zur Paarungszeit leuchtend blau. Bildautor: Schneverdingen Touristik

Länge bis 7 cm, Weibchen und Männchen außerhalb der Paarungszeit sehr ähnlich dem Grasfrosch, Männchen während der Paarungszeit auffallend blau gefärbt. Bevorzugt Lebensräume mit hohem Grundwasserstand (in Schneverdingen z. B. in den Randbereichen des Pietzmoores oder des Möhrer Moores).

Grünfroschkomplex

Komplex deshalb, weil sich die beiden Arten Seefrosch und Kleiner Wasserfrosch untereinander kreuzen und sich der entstehende Hybrid Teichfrosch wiederum mit beiden Arten paart. Typisch für diese Gruppe sind die Grünfärbung und die beinahe ganzjährige enge Bindung an Gewässer. Länge 6,5 cm (Kleiner Wasserfrosch) – 16 cm (Seefrosch).

Erdkröte

Länge bis 11 cm, warzige Haut, Hinterbeine kürzer und weniger kräftig als die der Frösche, daher kaum Sprungvermögen (Dies gilt allgemein für Kröten.). Besiedelt ein breites Spektrum von Lebensräumen, bevorzugt aber eindeutig Wälder. Laicht gerne in größeren Gewässern.

Kreuzkröte

Länge bis 8 cm, meist mit dünner gelber Längslinie auf dem Rücken, Fortbewegung ähnelt einer Maus, kilometerweit schallende Rufe, Pionierart trockenwarmer Lebensräume in Gebieten mit lockeren und sandigen Böden. Lebt z. B in Sandgruben, Baugebiete und Truppenübungsplätze.

Kammmolch

Länge bis 16 cm, trägt wegen des gezackten Rückenkamms der Männchen zur Fortpflanzungszeit den Beinamen „Kleiner Wasserdrache“, oberseits dunkelbraun bis schwärzlich, bauchseitg kräftig gelb mit schwarzen Punkten. Lebt in der offenen Landschaft oder im Wald.

Teichmolch

Länge bis 11 cm, Männchen zur Paarungszeit mit gewelltem Rückenkamm, oberseits gelblich, bräunlich oder olivfarben, Bauch mittig gelb mit großen dunklen Flecken. Besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen.

Fadenmolch

Länge bis 9,5 cm, Schwanz mit namensgebendem Endfaden, oberseits braun, unterseits hell, Kehle und Bauchmitte meist ungefleckt. Lebt im Wald und laicht gerne in Kleinstgewässern, z. B. auf Forstwegen in wassergefüllten Fahrspuren.

Bergmolch

Länge bis 12 cm, Oberseite der Männchen während der Paarungszeit graublau, die der Weibchen grau-braun-grün marmoriert, unterseits leuchtend orange und in der Regel ungefleckt, nicht gezackter Rückenkamm. Bewohnt vorwiegend gewässerreiche Wälder. Im niedersächsischen Tiefland gibt es lediglich Inselvorkommen der eher weiter südlich beheimateten Art, unter anderem in Schneverdingen.

Literaturtipps

Dieter Glandt

„Heimische Amphibien: Bestimmen – beobachten – schützen“

AULA-Verlag 2014

ISBN: 978-3891047538

20 €

Friedo Berningshausen

„Welche Kaulquappe ist das? Der wasserfeste Amphibienführer“

Heimische Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander auf 250 Fotos

erhältlich über den NABU Natur Shop (www.nabu-natur-shop.de)

16,80 €

Reinhard Witt

„Natur für jeden Garten – 10 Schritte zum Natur-Erlebnis-Garten“

Verlag Reinhard Witt 2013

ISBN: 978-3000413612

25 €

www.nlwkn.niedersachsen.de

Liste aller besonders bzw. streng geschützten Tier- und Pflanzenarten

sowie zwei Klassiker, die nur noch über das Antiquariat oder gebraucht im Internethandel erhältlich sind:

Thielke, Hutter, Herrn

„Rettet die Frösche“

Weitbrecht Verlag 1991

ISBN: 978-3522304306

Elvig Hansen

„Aus dem Leben der Erdkröte“

Kinderbuchverlag Luzern 1985

als Kinderbuch